"Die Stiftung erleichtert mir den Übergang auf die Uni und gibt mir viele Tipps und Hilfestellungen!"

Carolin Erbel, Junior-Stipendiatin

Wir sind stolz auf unsere hervorragenden Stipendiatinnen und Stipendiaten!

Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten bringen ganz unterschiedliche Begabungen mit. Dabei haben sie eins gemeinsam: Sie sind besondere Talente und Persönlichkeiten, sie sind die Fach- und Führungskräfte von morgen. Hier möchten wir einige von ihnen vorstellen.

Das hat gleich zwei Gründe: Zum einen sind wir sehr stolz darauf, diese jungen Talente zu fördern. Zum anderen möchten wir aber auch denen Mut machen, die sich nicht trauen, sich um ein Stipendium zu bewerben. Sehr oft finden sich in dieser Gruppe nämlich engagierte und motivierte junge Leute, die sich gar nicht bewusst darüber sind, was sie alles zu bieten haben: Trainer in Jugendmannschaften, ehrenamtliche Helfer im sozialen Bereich, Nachwuchs-Musiker, Menschen mit ungewöhnlichen und spannden Lebensläufen und und und...

Genau diese Nachwuchstalente möchten wir besonders aufrufen, sich zu bewerben - wir suchen Euch! Werdet als Stipendiat/in Teil der StudienStiftungSaar! 



Sascha studiert Fahrzeugtechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

„Seit Generationen arbeiten Mitglieder meiner Familie im Bergbau“, erzählt Sascha Scholtes. „Unsere Familiengeschichte ist eng mit der des Saarlandes verknüpft. Das neueste Kapitel trägt die Überschrift Erfolgreicher Strukturwandel!“ Sascha Scholtes lacht. Begonnen hat er als Mechatroniker im Bergwerk Ensdorf, wo er unter Tage gearbeitet hat. Jetzt studiert Scholtes Fahrzeugtechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes – mit einem Deutschland-Stipendium, das auf ein gemeinsames Projekt der StudienStiftungSaar und der RAG-Stiftung zurückgeht. „Ich bin stolz, dass ich die Erfahrung machen durfte, im Bergbau zu arbeiten. Es verbindet mich auf ganz besondere Weise mit meiner Familie und meinem Heimat-Bundesland. Gleichzeitig ist das Studium eine große Chance für mich, meine Kenntnisse weiter auszubauen. Mich faszinieren die theoretischen Zusammenhänge, und es ist mein Ziel, einmal in der Automobilbranche zu arbeiten.“

Um junge Talente wie Sascha Scholtes zu fördern und so einen Beitrag zum erfolgreichen Strukturwandel an der Saar zu leisten, haben die StudienStiftungSaar und die RAG-Stiftung ein gemeinsames Projekt aus der Taufe gehoben. Mittlerweile finanziert die RAG-Stiftung bereits zum zweiten Mal zehn Stipendien für saarländische Studienpioniere, also für talentierte Studierende, die aus nicht-akademischen Haushalten stammen. Im Rahmen eines Matching-Modells gibt die StudienStiftungSaar zehn weitere Stipendien dazu. Alle 20 Stipendiaten studieren MINT-Fächer oder Soziale Arbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Das von den beiden Stiftungen finanzierte Volumen beträgt 36.000 Euro, dazu kommen weitere 36.000 Euro an Bundesmitteln.

„Früher wurde im Saarland Kohle gefördert, heute fördern wir Talente“, so Christian Thomaser, Geschäftsführer der StudienStiftungSaar. „Im Rahmen unserer Kooperation investieren die RAG-Stiftung und die StudienStiftungSaar gemeinsam in die Zukunft junger Menschen und unseres Wirtschaftsstandortes.“ Und Sascha Scholtes ergänzt: „Ich rate den Studierenden an saarländischen Hochschulen, sich bei der StudienStiftungSaar zu erkundigen, ob es ein für sie passendes Förderprojekt gibt. Die Bewerbung geht ganz schnell, von dem Stipendium profitiert man dauerhaft.“

Wenwen studiert Kommunikationsdesign an der Hochschule der Bildenden Künste Saar

Mit Design-Produkten kranken Kindern helfen - im ersten Moment klingt Wenwens Vorhaben ungewöhnlich, aber es funktioniert ganz ausgezeichnet. Und kennt man Wenwens Geschichte, wird sofort klar, wie sie auf die Idee kam und warum sie genau die Richtige für dieses Projekt an der Hochschule der Bildenden Künste Saar ist.

Nach ihrem Bachelor-Abschluss in Kommunikationsdesign an der Universität von Nanjing zog es die gebürtige Chinesin nach Deustchland, zunächst als Au Pair: "Meine Heimatstadt Quingdao war im 19. Jahrhundert ein deutscher Kolonial-Handelsstützpunkt. Das spiegelt sich auch in der Architektur wieder: In Teilen der Stadt sieht es aus wie in Deutschland", erzählt Wenwen. "Ich wollte die europäische Kultur, die meine Heimatstadt so stark beeinflusst hat, unbedingt selbst erleben. Während meines Studiums in Nanjing habe ich zudem deutsches Design kennengelernt, das hat mich begeistert", so Wenwen. "Gerade im Bereich Buchillustration, meinem Fachgebiet, kommen ganz tolle Arbeiten aus Deutschland."

Von Konstanz aus, dem Wohnort ihrer Au Pair-Familie, hat sich Wenwen verschiedene Kunsthochschulen angeschaut und sich dann für einen Master an der Hochschule der Bildenden Künste Saar entschieden: "Gleich in der Eingangshalle traf ich einen Professor und einige Studierende, die zusammen an einem Projekt gearbeitet haben. Ich fand es toll, dass Lehrende und Studierende gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Alle waren so nett zu mir, ich habe mich in dem schönen alten Gebäude gleich wohl gefühlt."

Bis heute sind es die geringen Distanzen, die offenen Menschen und die persönliche Betreuung, die Wenwen für Saarbrücken und die HBK einnehmen: "Die Universität von Nanjing ist riesig, fast wie eine eigene Stadt. Dort fühlst Du Dich klein wie eine Ameise. An der HBK ist die Atmosphäre persönlicher und ich habe einen direkteren Kontakt zu den Lehrenden."

Durch eine Anzeige der Hochschule wurde sie auf die StudienStiftungSaar aufmerksam: "Das Stipendium bestärkt mich in dem Gefühl, dass anderen Menschen meine Arbeiten gefallen. Ich möchte mit meinen Werken vor allem Kindern helfen, und die Förderung motiviert mich, viel Energie in diese Projekte zu investieren, damit ich sie erfolgreich beenden kann." Ihre Zeit als Au Pair in Konstanz brachte Wenwen auf die Idee, Kunst für Kinder zu machen. An der HBK hat sie, zusammen mit Kommilitonen, ein E-Book mit integrierten Mini-Spielen für Kinder entwickelt. Hier kann Wenwen ihr Können im Bereich Illustration optimal einbringen.

Auf der Grundlage von Erkentnissen aus der Psychotherapie trainieren die Spiele die Aufmerksamkeit und schulen die Hand-Augen-Koordination: "Gerade Kinder mit Einschränkungen wie ADHS können mit dem E-Book Spiele machen und Spaß haben, während sie gleichzeitig etwas für ihre Gesundheit tun", erklärt Wenwen. "Einige Spiele zielen zudem darauf ab, Kinder, die länger im Krankenhaus bleiben müssen, zu unterhalten und zu motivieren, damit sie nicht den Mut verlieren und auch innerlich stark für ihre Genesung sind." Gespräche mit Krankenhäusern, die das E-Book einsetzen könnten, laufen bereits.

Auch in Zukunft möchte Wenwen mit ihrer Arbeit Kindern und Jugendlichen helfen und sie inspirieren: "Kreativ sein und gleichzeitig Kindern helfen - einen besseren Job kann man doch gar nicht haben!"   

Tim studiert Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes

Für Tim war schon früh klar, dass er Wirtschaftsinformatik studieren wollte. Auch die richtige Hochschule war schnell gefunden: "Ein wichtiger Teil der Wirtschaftsinformatik, nämlich die Geschäftsprozessmodellierung, hat ihre Wurzeln in Saarbrücken, wo Prof. Scheer lange Zeit den entsprechenden Lehrstuhl innehatte. Diese Tradition hat mich letztendlich davon überzeugt, hier zu studieren", erzählt Tim. "Auch die Nähe zur exzellenten Saarbrücker Informatik und zum Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz waren entscheidende Punkte bei der Standortwahl, da sie über die eigentlichen Fachinhalte hinaus weitere, inovative Beschäfstigungsfelder und Forschungsbereiche aufzeigen."

Tim hat bereits mehrere Stipendien der StudienStiftungSaar und den Förderpreis für die beste Projektarbeit im Bachelor Wirtschaftsinformatik erhalten. Mittlerweile studiert er im Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik. "Die Stiftung war und ist für mich mehr als ein Geldgeber, der jeden Monat mein Konto aufbessert", so Tim. "Ich habe an verschiedenen Workshops und Seminaren teilgenenommen und mich über die StudienStiftungSaar auch zum Mentor ausbilden lassen. Jetzt helfe ich Studienpionieren und andere Studierenden, indem ich sie über Stipendien und andere Unterstützungsmöglichkeiten informiere - ob bei Veranstaltungen der StudienStiftungSaar oder gemeinsam mit der bundesweiten Initiative ArbeiterKind.de."

Auch die Kontakte zu Studierenden anderer Hochschulen und Fächer schätzt Tim: "Bei Workshops der Stiftung habe ich Medizin-Studenten vom Campus Homburg, Studierende der Kunst- und Musikhochschule, künftige Sozialarbeiter von der HTW und angehende Gesundheitsmanager von der DHfPG kennen gelernt - normalerweise wären wir uns nicht über den Weg gelaufen."

Tim ist mittlerweile auch Unternehmer - so hat er beispielsweise, gemeinsam mit seinem Kommilitonen Sharam, das neue Online-Bewerberportal der StudienStiftungSaar entwickelt: "Durch die Umsetzung eines Bewerber-Systems zur Erfassung und Vergabe von Stipendien und dem damit einhergehenden Kundenkontakt - mit technischen Dienstleistern, der Stiftung selbst als Kunden - und der Möglichkeit, das Projekt sowohl gegenüber den Mitarbeitern der Stiftung als auch gegenüber dem Vorstand und dem Kuratorium zu vertreten, konnte ich die im Studium erlernten Inhalte praktisch umsetzen." Seine nächsten Ziele: Den Master abschließen und seine Unternehmertätigkeit weiter ausbauen.

Rebecca studiert Prävention und Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

  "Meine nächsten Ziele sind die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien und mein Master-Abschluss an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagment", erklärt Rebecca. Als Sportlerin, Soldatin der Sportfördergruppe der Bundeswehr und Studentin ist die Profi-Triathletin nicht nur sportlich auf gleich drei Gebieten zu Hause. "Manchmal ist es auf dem militärischen Lehrgang in der Kaserne besonders schwer, denn das Trainingspensum ist hoch und dann steht auch noch eine Klausur an - da bleibt der Schlaf auf der Strecke", erzählt sie. "Aber das Studium macht auch Spaß, und ich möchte etwas für meine Zukunft tun."

Die gebürtige Fränkin studiert im Master "Prävention und Gesundheitsmanagement" an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken. Die Hochschule befindet sich auf dem Gelände der Hermann Neuberger Sportschule, ebenso wie der Olympia-Stützpunkt, wo Rebecca mit anderen Triathleten wie Olympia-Sieger Jan Frodeno trainiert. Die Profi-Sportlerin war vier Jahre in Folge deutsche Jugend-Duathlon-Meisterin und auch Jugend-Triathlon-Meisterin, Dritte bei der Weltmeisterschaft 2007 und konnte im letzten Jahr in Kitzbühel ihre erste Top 12-Platzierung bei einem WM-Serienrennen erreichen. In London schaftte sie dieses Jahr mit ihrem neunten Platz in der WM-Serie sogar erstmals den Sprung unter die Top Ten.

"Das Stipendium entlastet mich finanziell und motiviert mich, meinen Weg im Sport weiter zu gehen - akademisch und als Leistungssportlerin", so Rebecca. Nach dem Studienabschluss möchte sie entweder für die Deutsche Triathlon Union arbeiten oder sich selbständig machen: "Ich werde meine persönlichen Erfahrungen und mein theoretisches Hintergrundwissen verbinden, um meinen Sport weiter voran zu bringen."

Das Saarland verlassen möchte sie dafür nicht: "Ich bin jetzt seit sieben Jahren hier und fühle mich richtig wohl. Ich kann mir gar nicht vorstellen, woanders hinzugehen. Das mus ich auch nicht: Hier gibt es genügend Möglichkeiten für mich!"

Birk besucht das Gymnasium am Rotenbühl Saarbrücken

 "Mich hat schon immer fasziniert, wie automatisierte und computergesteuerte Prozesse den Alltag vereinfachen. Auch ihre ungeahnte und allgegenwärtige Präsenz, zum Beispiel als eingebettete Systeme im Auto oder in der Waschmaschine, lässt mich immer wieder staunen", erzählt Birk. Gerade hat er sein Abitur am Saarbrücker Gymnasium am Rotenbühl abgelegt, jetzt möchte er an der Universität des Saarlandes Informatik studieren. Seit über einem halben Jahr ist er bereits Junior-Stipendiat der StudienStiftungSaar und informiert sich darüber, wie er seiner Begeisterung fürs Konstruieren und Programmieren im Rahmen eines Studiums am besten nachgehen kann.

Denn die Informatik ist für ihn schon lange eine echte Leidenschaft: "Ich habe im Rahmen der Robotik-AG unserer Schule viermal erfolgreich mit verschiedene Teamkonstellationen an der RoboNight der HTW teilgenommen. Dabei geht es darum, einen Roboter aus dem LEGO-Mindstorms-Set zu bauen und diesen anschließend zu programmieren", berichtet Birk. "Außerdem habe ich in diesem und im letzten Jahr im Team am RoboCup in der Soccer-Kategorie teilgenommen. Hier ging es darum, zwei Roboter zu bauen und zu programmieren, die gegen die Roboter anderer Teams im Fußball antreten. Dabei habe ich gemerkt, dass die Konstruktion der Roboter zwar auch großen Spaß macht, ich mich jedoch hauptsächlich für den Algorithmus interessiere, der die Roboter auf dem Feld spielen lässt."

Wer sich so sehr für ein Fach begeistert, der muss die besten Startmöglichkeiten an der Uni bekommen, findet Christian Thomaser, Geschäftsführer der StudienStiftungSaar: "Es ist fast so, als habe nicht Birk sich das Fach ausgesucht, sondern die Informatik hat sich Birk gesucht: Das Talent und die Leidenschaft sind in ihm, er muss nur die Möglichkeit bekommen, diese zu entfalten." Hinzu kommt, dass Birk sich in seiner Freizeit ehrenamtlich engagiert. So hat er, der seit Grundschulzeiten Alt- und Sopranblockflöte spielt und sich auch in zwei Musik-AGs in der Schule einbringt, beispielsweise an einem Benefizkonzert für lateinamerikanische Straßenkinder mitgewirkt. "Talent und Engagement - das ist genau die Mischung, die wir suchen. Unseren Junior-Stipendiaten stehen wir mit Rat und Tat zur Seite und beantworten alle Fragen rund ums Thema Studium und Studienfinanzierung", so Christian Thomaser. "Jedes Talent soll seine verdienten Chancen auch erhalten."

Als Junior-Stipendiat war besonders der Kontakt zu anderen Stipendiaten, die bereits studieren, für Birk hilfreich: "Mit Tim konnte ich mich sehr gut über sein Wirtschaftsinformatikstudium unterhalten, weil ich konkrete und persönliche Fragen stellen konnte. Er hat mir ganz genau die Unterschiede zwischen Wirtschaftsinformatik- und Informatik-Studium erklärt und aus dem Uni-Altag erzählt. Außerdem ist er unabhängiger als beispielsweise offizielle Websites, die für ein Studium werben, und er hat konkrete Informationen aus Studierendensicht geben können", erklärt Birk. "Tim hat mir auch den wertvollen Tipp gegeben, den Mathematik-Vorkurs für Informatiker zu besuchen. Das wird mir beim Studienstart ganz sicher helfen."

Auch am Workshop "Freies Sprechen und Improvisieren" der Stiftung hat Birk teilgenommen. "Vom künstlerischen Leiter des Theater Überzwerg habe ich beim Workshop viel gelernt. Und ich habe Stipendiat Nikolai getroffen, der mir auch einiges über Informatik erzählen konnte."

Besonders interessiert sich Birk für das Thema künstlische Intelligenz: "Die Funktionsweise und Lernfähigkeit von Chat-Robotern im Internet oder Spracherkennungssoftware wie Siri - das alles beeinflusst unseren Alltag immer mehr. Einen Arbeitsplatz in der Forschung oder der Entwicklung könnte ich mir gut vorstellen."

Valentin studiert Orchestermusik an der Hochschule für Musik Saar

 "Instrumente sind bekanntermaßen nicht ganz billig, außerdem übe ich jeden Tag viele Stunden", erklärt Valentin. "Durch das Geld von der Stiftung sinkt die finanzielle Belastung und ich kann mich voll auf mein Studium konzentrieren." Valentin studiert Orchestermusik an der Hochschule für Musik Saar. In seiner Freizeit organisiert er Benefizkonzerte und unterstützt so beispielsweise gemeinnützige Vereine dabei, Spenden einzuwerben. "Die Förderung durch die Stiftung funktioniert total unkompliziert und soziales Engagement wird gewürdigt", so Valentin. "Es geht um mehr als darum, in Noten gemessen der Beste zu sein."

Der gebürtige Mannheimer ist fürs Studium ins Saarland gekommen: "Das Besondere an unserer Hochschule ist, dass sie hohe Qualität auf kleinem Raum bündelt. Mit rund 500 Studierenden ist sie eine der kleinsten Musikhochschulen Deutschlands, und man kennt fast alle Kommilitoninnen und Kommilitonen. Außerdem hat man eine tolle Bindung an den gesamten Verwaltungstrakt der Hochschule, was eine gute  Atmosphäre schafft. Gleichzeitig ist das Ausbildungsangebot hier genauso gut wie an größeren Hochschulen."

Valentin ist der Erste in seiner Familie, der den künstlerischen Weg einschlägt: "Orchestermusiker zu werden ist mein Traum. Ich kann nur allen, die auch einen künstlerischen Beruf ergreifen möchten, empfehlen, auf den eigenen Bauch zu hören und ohne Angst diesen Weg zu gehen. Es gibt viele Menschen, die im Bereich Musik oder Kunst arbeiten und damit glücklich sind. Und alles, was ich bisher gelernt und erlebt habe, kann mir keiner mehr wegnehmen. Mein Studium wird mir dabei helfen, meinen Traum zu verwirklichen." 

Julia hat Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes studiert

Job, Kind und Studium? Für Julia war das keine Frage: Natürlich würde sie ihren Traum verwirklichen und als Erste in der Familie ein Hochschulstudium absolvieren! "Mein Sohn Noah war eine große Motivation für mich, schließlich wollte ich mit dem Studium nicht nur mir, sondern uns beiden eine Zukunft aufbauen", erzählt Julia. "Aber manchmal war es schon hart: Allein ein Kind erziehen, fürs Studium lernen, und um das BAföG aufzubessern habe ich während des Studiums auch noch gejobbt - da muss man schon sehr motiviert sein", lacht sie. Und Julia war sehr motiviert: Mit 23 hat sie ihren Bachelor-Abschluss in Sozialer Arbeit und Pädagogik der Kinderheit in der Tasche und arbeitet Vollzeit als Sozialarbeiterin in der Homburger Uniklinik.

"Das ist mein absoluter Traumjob", so Julia. "Bereits vor Studienaufnahme habe ich vorgehabt, später Sozialarbeiterin im Psychiatrie-Bereich zu werden. Jetzt habe ich jeden Tag bei der Arbeit das Gefühl, wirklich Sinnvolles zu leisten und Menschen helfen zu können - das macht mich sehr glücklich."

Auf dem Weg zum Abschluss haben die StudienStiftungSaar und die RAG-Stiftung Julia mit zwei Stipendien unterstützt. "Julia hatte nicht nur sehr gute Noten, sondern sie hat sich zudem durch ihr Engagement ausgezeichnet", erklärt Christian Thomaser, Geschäftsführer der StudienStiftungSaar. "Neben der Erziehung von Noah und dem Studium hat sie sich in ihrer Freizeit für andere Studierende eingesetzt und sich als ehrenamtliche Mentorin und Beraterin eingebracht." Für Julia ist ihre ehrenamtliche Arbeit eine Herzensangelegenheit: "Ich denke, dass viele junge Leute aus nicht-akademischen Haushalten zu wenige Informationen zum Thema Studium und Studienfinanzierung bekommen und sich aufgrund dieser Unsicherheit nicht trauen zu studieren, obwohl sie absolut das Zeug dazu hätten", so Julia. "Dagegen möchte ich etwas unternehmen."

Ihre Familie und ihr Freund Philipp sind sehr stolz auf Julia, die Akademikerin, und haben sie immer unterstützt. Aber keiner von ihnen ist stolzer als Julias fünfjähriger Sohn Noah.

Arnon studiert Deutsch-Französische Kooperation und Kommunikation an der Universität des Saarlandes

“Ein Talent, das sind doch nicht nur Noten auf einem Zeugnis”, ist Arnon Greve überzeugt. „Die Persönlichkeit ist entscheidend! Dazu gehören der Wille und die Fähigkeit, sich für andere Menschen und die eigenen Überzeugungen einzusetzen.“ Arnon Greve studiert an der Universität des Saarlandes Deutsch-Französische Kooperation und Kommunikation. Sein Deutschland-Stipendium hat die StudienStiftungSaar vermittelt. Zuvor hat Greve als Lehrer in einer Taubstummenschule in Togo gearbeitet und dort bei einer afrikanischen Familie gewohnt. Greves Ziel: Als Mitarbeiter einer internationalen Organisation im Bereich Entwicklungshilfe tätig zu sein. 


„Natürlich sind akademische Leistungen wichtig, aber es gibt auch Projekte, bei denen die Noten bei weitem nicht das einzige Kriterium bei der Auswahl von Stipendiatinnen und Stipendiaten sind“, erklärt Christian Thomaser, Geschäftsführer der StudienStiftungSaar. „Wir wollen talentierte, engagierte junge Leute fördern. Diese Studierenden sind es, die das Saarland braucht.“


Die Landesregierung hat die StudienStiftungSaar 2009 mit einem Stiftungsvermögen von sechs Millionen Euro ausgestattet. Mittlerweile fördert die unabhängige, privatrechtliche Stiftung mehr als 800 Studierende an den fünf saarländischen Hochschulen und stellt auch Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern im Saarland her. Doch nicht nur Unternehmen können fördern. Auch Stiftungen, Vereine oder andere Zusammenschlüsse können als Förderer auftreten. In welchem Fachbereich und an welcher der fünf saarländischen Hochschulen gefördert werden soll, können die Geldgeber selbst bestimmen. Laufzeiten und Förderhöhen sind ebenfalls nicht generell festgelegt. 


Partner der StudienStiftungSaar bei der Förderung von Arnon Greve ist die Stiftung Bürgerengagement Saar, die auch zwei weitere Stipendiaten fördert. „Die StudienStiftungSaar vergibt Leistungsstipendien, und ehrenamtliche Arbeit ist eine Leistung. Dieses Bewusstsein wollen wir gemeinsam schärfen“, so Hans Joachim Müller, Vorstandsmitglied der Stiftung Bürgerengagement Saar.

Arnon Greve rät anderen Studierenden, nach passenden Stipendien-Ausschreibungen der StudienStiftungSaar Ausschau zu halten oder sich direkt bei der Geschäftsstelle zu informieren. „Die Bewerbung geht schnell und unkompliziert. Neben der finanziellen Förderung gibt es für Stipendiaten ab diesem Jahr auch kostenfreie Seminare und Kulturveranstaltungen, die Bewerbung lohnt sich deshalb umso mehr“, so Greve. 

Matthias studiert Maschinenbau an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

Matthias' früherer Arbeitsplatz war das Bergwerk Ensdorf. Als sich das Ende des Steinkohlebergbaus im Saarland abzeichnete, suchte der junge Bergmann nach Alternativen und fand eine echte Chance: Ein ingenieurwissenschaftliches Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. "Hier kann ich meine Fähigkeiten weiter entwickeln. Meine Praxiserfahrung ist dabei ein großes Plus," erzählt Matthias. Sein Wissen und seine Begabung fördern die StudienStiftungSaar und die RAG Stiftung mit einem Stipendium.

Als Studienpionier weiß Matthias, wie wichtig die richtigen Informationen für ein erfolgreiches Studium sind. Deshalb engagiert er sich als Mentor bei der Stiftung und bei ArbeiterKind.de. In Schulen, bei Veranstaltungen und auf Messen informiert er Schülerinnen und Schüler über den Weg ins Studium sowie finanzielle und fachliche Unterstützungsmöglichkeiten. Zudem nimmt er an den ideellen Förderangeboten der StudienStiftungSaar nicht nur Teil, sondern gestaltet sie ehrenamtlich mit: So hat er gemeinsam mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Reinhard Klimmt eine Führung durch die Ausstellung "Das Erbe" zur saarländischen Bergbau-Geschichte veranstaltet.

"Besonders wichtig ist für mich die Kommunikation und der Austausch mit anderen Studierenden, sei es aus anderen Studienfächern oder von anderen Hochschulen", so Matthias. "Auf diese Weise treffe ich nicht nur nette Leute, sondern erweitere auch meinen Horizont, und ich lerne neue Sichtweisen und Erfahrungswelten kennen." Beruflich hat Matthias ein festes Ziel: "Ich habe mich bereits jetzt im Studienfach Maschinenbau auf die Vertiefungsrichtung Produktentwicklung spezialisiert. Nach meinem Abschluss möchte ich im Bereich Neuentwicklung bzw. Weiterentwicklung technischer Produkte arbeiten."

Caroline studiert Deutsches und Französisches Recht an der Universität des Saarlandes

„Möchten Sie sich im Falle einer Einschreibung am Centre Juridique um ein Stipendium der StudienStiftungSaar bewerben?“ - Ein Kreuz im Kästchen „Ja“, und Caroline Cohen war im Auswahlprozess für ein Stipendium der StudienStiftungSaar. „Ich war überrascht, dass es im Saarland eine eigene Stiftung gibt, die Studierende an den Hochschulen des Landes fördert – in meinem Heimat-Bundesland Hessen haben wir das nicht“, so Caroline. „Im Saarland ging die Bewerbung um ein Stipendium ganz schnell und unkompliziert.“

Caroline studiert mittlerweile als Stipendiatin der StudienStiftungSaar Deutsches und Französisches Recht an der Saar-Uni. „Die Stiftung zeigt, dass dem Saarland etwas an seinen Studierenden liegt. Auf diese Weise hat das Stipendium auch meine Identifikation mit dem Studienort gestärkt: Ich habe das Gefühl, hier unterstützt zu werden.“ Die Landesregierung hat die StudienStiftungSaar 2009 mit einem Stiftungsvermögen von sechs Millionen Euro ausgestattet. Mittlerweile hat die unabhängige, privatrechtliche Stiftung mehr als 800 Studierende an allen saarländischen Hochschulen gefördert.

„Ich kann Studierenden nur raten, sich zu informieren, ob die StudienStiftungSaar auch für sie ein interessantes Stipendium ausgeschrieben hat. Neben der finanziellen Förderung und den Kontaktmöglichkeiten machen die kostenfreien Seminar- und Veranstaltungsangebote die Stipendien noch attraktiver“, so Caroline. 

Olesya studiert Bildungstechnologie an der Universität des Saarlandes

"Ursprünglich wollte ich nur nach Deutschland kommen, aber ich bin mitten in Europa gelandet!", erzählt Olesya lachend. Die gebürtige Ukrainerin entschied sich nach ihrem in Kiew abgelegten Bachelor in Rechtswissenschaften, an der Uni Frankfurt ihr Deutsch aufzubessern: "Ich hatte bereits in der Ukraine einige Deutsch-Kurse belegt, aber wenn man eine Sprache gut beherrschen möchte, muss man eben dorthin reisen, wo sie auch gesprochen wird." Aus dem geplanten Kurz-Aufenthalt am Main wurde jedoch ein dauerhafter Umzug an die Saar: "Eine Freundin hat mich darauf gebracht, einen Master mit Europa-Bezug zu machen. Als ich dann vom Studiengang "Europäische Integration" an der Saar-Uni erfahren habe, hat mein Bauch sofort gesagt: Das ist es, das musst Du machen! Da habe ich noch nicht geahnt, dass auch das Saarland genau das Richtige für mich sein würde!"

Zur Finanzierung ihre Master-Arbeit erhielt Olesya ein Stipendium der StudienStiftungSaar: "Dank der finanziellen Hilfe konnte ich mich ganz auf meinen Abschluss konzentrieren. Noch wichtiger als das Geld war jedoch, dass ich mit der StudienStiftungSaar in Kontakt kam. Gerade die ideelle Förderung hat mir geholfen, Kontakte zu knüpfen und mich persönlich weiter zu entwickeln." Jetzt schließt Olesya an ihren Abschluss noch einen Master in Bildungstechnolgie an und arbeitet nebenbei für die Stiftung: "Ich möchte später im Bereich Personalwesen und personelle Weiterbildung tätig sein, am liebsten im europäischen Kontext. Mit dem Master in Bildungstechnologie kann ich mich weiter spezialisieren."

Nebenbei engagiert sich Olesya ehrenamtlich in der evangelischen Studierendengemeinde und hilft bei der Organisation von Gottesdiensten und Veranstaltungen: "Ich habe hier viele tolle Menschen kennen gelernt und fühle mich in der SaarLorLux-Region sehr wohl. So viele andere Länder, Sprachen und Kulturen sind nur einen Katzensprung von hier entfernt - wir im Saarland sind einfach mittendrin in Europa!" 

Carolin besucht das Gymnasium am Stefansberg Merzig

 "Die Förderung durch die StudienStiftungSaar erleichtert mir den Übergang auf die Uni. Ich bekomme viele Tipps und Hilfen für die Welt außerhalb der heimischen Umgebung in der Schule." Carolin ist Studienpionierin, ihre Eltern haben keinen Hochschulabschluss. Sie selbst träumt jedoch von einem Studium. "Wenn ich eine Frage habe, wende ich mich einfach an die Stiftung. Auf diese Weise muss ich mich nicht mühsam nach dem Prinzip "Versuch und Irrtum" durchschlagen."

Besonders wichtig sind ihr die unterschiedlichen Angebote im Bereich Mentoring und ideelle Förderung: "Ich bin noch nicht sicher, was ich studieren möchte. Deshalb bin ich froh, eine Form der Unterstützung zu erhalten, die mir zwar Orientierung gibt, mich aber zu nichts drängt. Ich will meinen eigenen Weg finden - und die StudienStiftungSaar bietet mir die entsprechenden Wegweiser."